Verkauf dich nicht...

Tipps zum Kauf von fruchtbarem Boden

Die Bodenbeschaffenheit in Paraguay ist sehr vielfältig.
Grünflächen als Weidegrund findet man eigentlich überall. Im Chaco (es ist  eher eine Wüste) ist der Boden sehr sandig. Es gibt auch sehr viel Hitze, Staub, Schlangen und Leoparden im Chaco. In den weitesten Teilen Paraguays hat man es aber mit Weideland zu tun. Seit ueber 100 Jahren wird es von Rindern zertrammpelt und verdichtet. Gutes Gras ist rar geworden, von Kraeuteranteilen schweigen wir lieber ganz. Wer hier seine Zelte aufschlagen moechte wird in den naechsten Jahren kaum einen Ertrag an Obst und Gemuese vorweisen koennen, mit ein bisschen Glueck hat man ein Feuchtgebiet, worauf wo sich ein paar Fische Tummeln koennen und man eine der beruehmt beruechtigten Eukalyptusplantagen pflanzen kann. Das ist natuerlich auch eine Art der Selbstversorgung, aber spaetestens wenn der letzte Baum vermarktet ist, merkt man das es mit einer autarken Lebensweise nichts auf sich hat.
Also vorsicht vor dem Kauf von Rinderland, zwar liegt der Preis nur um die 2000€ pro Ha recht guenstig...aber man muss viel investieren und hat Jahre lang nichts davon. Lasst euch nicht durch das Argument blenden, der Boden wurde Jahrelang gut geduengt.
Die naechste Art der Bodenbeschaffenheit ist ebenfalls mit Vorsicht zu betrachten, will man sich durch diesen ernaehren. Betroffen sind weite teile rund um San Bernadino und anderen Huegellandschaften, wo der Untergrund meist aus Sand und Fels besteht. Dort sammelt allenfalls in kleinen Senken fruchtbare Erde...aber oftmals auch nur Sand. Hier lassen sich viele von den Atemberaubenden bluehenden Huegeln verzaubern, aber satt wird man davon nicht. Auch ein Brunnenbau kann sich oftmals als hoffnungslos raus-stellen.
Als naechstes folgt das ehemalige Zuckerrohrland...40-50 Jahre bestehen oder bestanden die meisten Zuckerrohranpflanzungen. Oftmals wird behauptet das mit Mais und Bohnen in Fruchtfolge gearbeitet wurde. Das wurde aber hoehstens mal angebaut wenn der Zuckerrohrabsatz geschwaecht war...also recht selten. Diese Boeden sind so ausgelaugt,  das sie auch erstmal ueber mehrere Jahre Duengergaben brauchen, damit ein Petersilienstengel dort waechst.
Ueber Sojaboden brauchen wir wohl nicht zu sprechen, aber so ganz nebenbei gibt es in Paraguay neben der vielgeruehmten roten fruchtbaren Erde, auch viel nutzlosen Sandboden oder Morast.
Jetzt koennte man auf die Idee kommen nur nach roter Erde ausschau zu halten, aber das ist schon wieder der naechste Irrtum...auch hier gibt es grosse Unterschiede...z.B. wenn der rote Lehm zu fetthaltig ist...da waechst dann auch nichts gescheites.
Die "Europaeischen Augen" sind schnell verblendet ueber das viele Gruen, das Paraguay  zu bieten hat, aber die meisten Leute sind nach kurzer Zeit unzufrieden mit ihrem "Selbstversorger Grundstueck", denn oft stellen sich schon bald, nicht nur durch falschen Ackerboden sondern auch durch Schadinsekten, Missernten ein. Alles in allem ein Grund sich erfahrenen Permakulturleuten anzuvertrauen und um Bodenbegutachtung bitten, bevor man tausende Euros versenkt und ein Kurs in Permakultur kann so manch eine Raupe in Zaum halten.
Es gibt ihn den fruchtbaren Boden in Paraguay und wir koennen einiges dazu beitragen, ihn zu erhalten und uns ein autarkes Leben zu garantieren.
Ausser der Fruchtbarkeit von Boeden, sollte man aber auch andere Kriterien nicht ausser acht lassen. Es gibt in Paraguay unzweifelhaft gefaehrliche Gegenden um sich nieder zu lassen...San Petro gehoert z.B. dazu. Die EPP eine etwas gewaltaetige Organisation, macht die Gegend unsicher. Man sollte ueberpruefen , wie weit ein Krankenhaus entfernt ist oder ein Arzt oder Heilraktiker. Es gibt Gegenden die schon bei geringstem Regen unpassierbar sind. Oder eine Quelle die im Sommer versiegt, ein Bach in dem man nicht baden kann, weil er mit Muell kontaminiert ist...und und und. Also fragt einen unabhaengigen Be-gutachter nach Rat und nicht einen Makler...denn der will nur verkaufen und die "Ladenhueter" natuerlich ganz besonders.